Kombinieren Sie Laser-Messungen mit Foto-Notizen und einer simplen Grundrissskizze, die alle Abweichungen markiert. Apps mit AR-Funktionen oder LiDAR-Scans liefern zusätzlich Volumen und Höhen. Notieren Sie Sockelhöhen, Rohrführungen, Fensteröffnungen, Anschlagrichtungen und Unebenheiten. Wiederholen Sie kritische Maße an verschiedenen Tagen, um Messfehler durch Temperatur oder Licht auszuschließen. Legen Sie eindeutige Referenzpunkte fest, die Monteure später finden, und nummerieren Sie Wandabschnitte, damit jedes Bauteil genau dorthin passt, wo sein Platz vorgesehen ist.
Kein Altbau ist wirklich rechtwinklig, und Neubauten überraschen mit leichten Toleranzen. Markieren Sie Winkelabweichungen, Setzungsrisse, Auswölbungen im Putz und schiefe Böden. Planen Sie Sockel justierbar, Blenden sichtlich minimal, Fugen elastisch, und Korpusse mit scribe-fähigen Seiten. Eine Schmiege hilft, komplizierte Winkel sauber zu übertragen. Hinterlüftungen vermeiden Kondensat, besonders an Außenwänden. Denken Sie an Ausgleichsschrauben, Keilleisten und Distanzklötze. So wirken Einbauten optisch gerade, obwohl der Raum es nicht ist, und Türen schließen leise, statt zu schleifen oder ungleich zu fallen.
Starten Sie mit Funktionsblasen: Wo brauchen Sie Greifnähe, Tiefe, Höhe, Belüftung, Strom? Ordnen Sie Zonen, damit Wege frei bleiben, Arbeitsflächen hell sind und selten Genutztes höher wandert. Ein Beispiel: In einer Leipziger Eckwohnung verschob eine schmale Gerätegarage den Esstisch entscheidend aus der Laufzone. Denken Sie früh an künftige Veränderungen, etwa Kinder, Homeoffice oder Pflege von Hobbys. Planen Sie modulare Einheiten mit klaren Breitenrastern, damit Ergänzungen später leicht möglich sind, ohne den gesamten Einbau umzubauen oder Oberflächen zu beschädigen.
Ein niedriger Kniestock ließ kaum Schränke zu. Die Lösung: durchgehende Auszüge mit flacher Höhe, darüber eine stabile Sitzbank für Gäste. Ein verdeckter Kanal führt Ladekabel zu einem Technikfach. Belüftete Rückwände verhindern Feuchteprobleme an der Außenwand. Das Ergebnis wirkt leicht, weil Fronten bündig schließen und Lichtleisten nur Kanten betonen. Die Bewohner berichten, dass Aufräumen schneller gelingt, da jedes Teil seinen klaren, gut erreichbaren Platz hat, selbst in den am stärksten geneigten Bereichen.
Zwischen Kaminzug und Außenwand blieb nur ein schmaler Streifen. Ein pocketfähiger Auszugsschrank nutzt die gesamte Tiefe, ohne in den Gang zu ragen. Multiplex mit HPL widersteht Reibung, Soft-Close dämpft Geräusche im Treppenhaus. Kleine Rasterfächer ordnen Gläser und Gewürze, eine magnetische Seitenwand hält Einkaufslisten. Der Einbau folgt krummen Linien mit scribe-angepassten Blenden. Ergebnis: freie Türschwenken, mehr Arbeitsfläche und ein ruhigeres Gesamtbild, obwohl die Grundfläche gleich blieb und der Raum sehr unregelmäßig geschnitten ist.
Das Zimmer war lang, aber schmal. Ein Podest mit Schubladen schuf Stauraum für Spielzeug, darüber ein Bett mit seitlichem Einstieg. Der Kleiderschrank passte in eine unscheinbare Nische, Fronten griffmuldenbündig, damit beim Rennen nichts hängen bleibt. Indirektes Licht am Podest sorgt für Nachtorientierung. Akustikpaneele hinter dem Schreibtisch dämpfen Lärm. Eltern berichten, dass Spielen und Aufräumen nun müheloser gelingen, da Wege frei bleiben und jedes Fach klar sicht- sowie leicht erreichbar ist.
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